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BARC Congress 2015 - Digitaler Darwinismus

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11.11.2015

BARC Congress 2015 - Digitaler Darwinismus

Die Digitalisierung birgt für Unternehmen viele Chancen und Risiken. In seiner Eröffnungsrede am 2.Tag des BARC Congress in Würzburg skizzierte Karl-Heinz Land wie sich die bisherige Unternehmens- und Arbeitswelt schon heute unter ihrem Einfluss wandelt. Die Digitalisierung folge dabei drei Grundprinzipien:

  • Alles, was sich digitalisieren und in Datensätze verwandeln lässt, wird auch digitalisiert und in Datensätze verwandelt
  • Alles, was vernetzt werden kann, wird auch vernetzt
  • Alles, was automatisiert werden kann, wird auch automatisiert

Diese führe in der Praxis zu tiefgreifenden Veränderungen in den Geschäftsmodellen. Sollten sich dabei Technologien und Gesellschaft schneller verändern, als Unternehmen in der Lage sind, sich daran anzupassen, würde dies deren wirtschaftliches Ende bedeuten. „Adapt or die“ heißt die Parole dieser von Land als „Digitaler Darwinismus“ bezeichneten Entwicklung.

Kunden treiben das Businessmodell

Das Businessmodell müsse künftig nicht mehr von den Produkten, sondern konsequent vom Kundenbedürfnis her gedacht werden, wolle man wirtschaftlich überleben. Die Offline- und Online-Welt wüchsen dabei zusammen. „Wir müssen die Daten verstehen und Kunden Services anbieten!“, forderte Land. Kunden wollen alles sofort und überall und verlangten maßgeschneiderte Angebote in hoher Qualität. Drei Fragen sollten sich Unternehmen bei der Planung digitaler Angebote künftig stellen:

  • Wie sieht mein digitales Servicemodell aus?
  • Wie will ich es monetarisieren?
  • Was ist der innovative Mehrwert des Angebots?

Angesichts des Informationsüberflusses würden bei der Kundenansprache zudem "Empfehlungen“ an Bedeutung gewinnen. Die Voraussetzung dafür ist eine Analyse kundenrelevanter Daten mit Hilfe von Analytics.

Services statt Produkte

Was aktuell durch die Digitalisierung geschehe, sei der Beginn einer "Digitalen Revolution", deren Bedeutung jener der Industriellen Revolution im 18. und 19.Jahrhundert in nichts nachstehe. Das Netz bildet künftig die Infrastruktur für Unternehmen wie heute Straßen oder Flughäfen in der realen Welt. Bis 2020 werden über das „Internet of Things“, in dem alle Geräte und physische Objekte miteinander verknüpft sind und miteinander kommunizieren, bereits 1,9 Billionen Dollar zur ökonomischen Wertschöpfung beitragen. Die Hälfte dieser Aktivitäten werde von Startups getrieben, wobei diese zu 80 Prozent Serviceleistungen und keine physischen Produkte bieten würden.

"Wenn wir künftig beispielsweise Autos bauen, müssen wir diese von der Software und den Services her denken und konzipieren! Wenn heute das Auto autonom fährt, wieviel der Wertschöpfung ist dann noch Mechanik und wieviel Software?", fragte Land. Schon heute reden Autobauer daher vom „Kampf um das vernetzte Auto“ und sehen Projekte wie das „Google Auto“ als ernsthafte Bedrohung (wo deutsche Unternehmen und Behörden heute im Hinblick auf die digitale Transformation ihrer Marketing- und IT-Strategien stehen, hat kürzlich das BARC-Schwesterunternehmen PAC untersucht).

Digitalisierung verändert den Arbeitsmarkt

Weitreichende Folgen werde die Digitalisierung für den traditionellen Arbeitsmarkt haben. Durch die „Dematerialisierung“ von Produkten würden viele Jobs verloren gehen. Land zitierte in diesem Zusammenhang eine Studie der Universität Oxford, nach der 47% der heutigen Arbeit in den kommenden 15 bis 20 Jahren verschwindet! „Wie wird dann die Arbeit gerecht verteilt werden? Wie wird in 30 bis 40 Jahren die Gesellschaft "nach der Arbeit"aussehen?“ Hierauf gibt es bislang keine Antwort.

 

Wiebke Lörcher

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