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Der Markt für Business Intelligence in Deutschland

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30.11.2015

Der Markt für Business Intelligence in Deutschland

Laut der BARC-Analyse „Der Markt für Business Intelligence in Deutschland 2014“  generierten im vergangenen Jahr 289 Hersteller mit Lizenzverkäufen und Wartungsgebühren einen Gesamtumsatz von 1,48 Milliarden Euro (Segmente BI-Anwenderwerkzeuge und Datenmanagementwerkzeuge). Von ihnen übertrafen 62 die Eine-Million-Euro-Marke beim Softwareumsatz.

Ebenso konnten sich einige Anbieter erheblich im Ranking verbessern (Details siehe Studie). An der Spitze dominieren weiterhin fünf Anbieter den Markt. Es sind dies die vier Softwaregeneralisten SAP, Oracle, Microsoft und IBM sowie SAS Institute als weltweit größter BI-Spezialist. Diese Unternehmen bieten sowohl Datenmanagement- als auch BI-Anwenderwerkzeuge an (auch „Full stack“-Anbieter genannt). Seit Jahren klarer Marktführer ist die SAP mit 317 Millionen Euro Umsatz in 2014. Ihre vier Verfolger erzielen zwischen 116 und 191 Millionen Euro Umsatz. Zusammen entfällt auf diese Fünfergruppe wie im Vorjahr rund 63 Prozent des Marktvolumens (Informationen zum deutschen BI-Gesamtmarkt in 2013 finden Sie hier).

Sättigung in einzelnen BI-Marktsegmenten

2014 war dennoch das schwächste Jahr in der jüngeren Geschichte des deutschen BI-Marktes. Dieser zeigt in seinen traditionellen Anwendungsbereichen Reporting und Analyse Reife- und Sättigungserscheinungen, während die neuen Wachstumsbereiche wie Datenmanagement, insbesondere Hadoop oder Data Mining/Predictive Analytics zwar stark zulegen, aber noch nicht das entsprechende Volumen aufzeigen, um dies auszugleichen.

Fünf Herausforderer folgen auf den Plätzen sechs bis zehn. Sie generierten im vergangenen Jahr einen Umsatz zwischen 20 und 58 Millionen Euro. Unter ihnen befinden sich die größten weltweit aktiven BI- und DM-Spezialisten: Informatica (Datenintegration), Teradata (Analytische Datenbanken), Qlik (Analyse), MicroStrategy (Reporting/Analyse), sowie Software AG (Analyse und Real-Time Datenmanagement). Die Herausforderer vereinen elf Prozent des Gesamtumsatzes (169 Millionen Euro) auf sich.

Umkämpfter Mittelfeld im BI-Gesamtmarkt in Deutschland

Im hart umkämpften Mittelfeld des Markts folgen 52 Anbieter, die zusammen einen Anteil von 18 Prozent beziehungsweise 258 Millionen Euro Umsatz auf sich vereinen. Die Spannbreite reicht im Einzelnen indes von einer Million Euro bis 19 Millionen Euro. Alle Unternehmen weisen aber die notwendigen Strukturen (z.B. für Support und Produktentwicklung) von Softwareanbietern auf. Jenseits dieser Hauptgruppe finden sich in Deutschland 227 Kleinanbieter, die es 2014 zusammen auf einen Gesamtumsatz von rund 125 Millionen Euro mit BI-Software brachten. Dies entspricht einem Marktanteil von rund acht Prozent.

BARC erwartet für den BI-Gesamtmarkt im Kalenderjahr 2015 noch einmal ein Plus zum Vorjahr auf ein geschätztes Volumen von etwa 1,62 Milliarden Euro. Grund hierfür sind Nachholeffekte aus 2014 im Segment der BI-Anwenderwerkzeuge sowie eine anhaltend gute Dynamik im Datenmanagement-Bereich.

Business Intelligence profitiert von Digitalisierung

Ein immer wichtigerer Umsatztreiber für den gesamten Markt für Business-Intelligence-Lösungen ist die Digitalisierung von Unternehmen. Im Bestreben datenbasierte Prozessverbesserungen und neue, datengetriebene Geschäftsmodelle umzusetzen, kommt sowohl Lösungen für Reporting und insbesondere (fortgeschrittene) Analyse als auch Lösungen für die skalierbare und hoch performante Speicherung strukturierter und polystrukturierter Daten eine besondere Bedeutung zu.

Ebenso sollte sich das Geschäft mit Software für die Datenintegration gut entwickeln, da zunehmend heterogene IT-Landschaften datentechnisch integriert werden müssen. Allerdings ist auch eine wachsende Abhängigkeit des Markts von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zu beobachten.

Dynamik im Markt für Business Intelligence in 2015

Für eine hohe Dynamik im Markt sorgen zudem weitere Faktoren. So bleibt der Markt umkämpft, was sich insbesondere an einer wachsenden Zahl an Mergern/Übernahmen zeigt, die vor allem das nach Umsatz mittlere Marktsegment betreffen. Gleichzeitig können einige langjährige Anbieter das Innovationstempo nicht mehr mithalten und werden so ebenfalls zu Übernahmekandidaten. Trotz dieser zu erwartenden Marktkonsolidierung sollte die große Attraktivität und Innovationskraft des Markts zugleich neue Anbieter anziehen, so dass insgesamt mit einer steigenden Zahl von Akteuren zu rechnen ist. Start-ups und Expansionen in den deutschen Markt sind insbesondere in den Anwendungsgebieten Cloud-basierte BI-Lösungen, Big Data, Streaming-Daten, Prozessanalyse und im Bereich Advanced/Predictive Analytics zu erwarten. Ebenso sind innovative Lösungen für Simulation und operative Planung sowie neue analytische Applikationen denkbar. Zugleich sieht BARC aber auch eine Konstante: auch in fünf Jahren werden die Großanbieter eine wesentliche Rolle spielen, den Markt aber nicht völlig beherrschen.

BARC-Studie "Der Markt für Business Intelligence in Deutschland 2014“

Bereits zum neunten Mal hat BARC detailliert den Business-Intelligence(BI)-Software-Markt in Deutschland untersucht. Erfasst wurden die Lizenz- und Wartungsumsätze für Anwenderwerkzeuge und Datenmanagementkomponenten in Deutschland  im jeweiligen Kalenderjahr. Grundlage ist eine Vollerhebung anhand der Selbstauskünfte aller BARC bekannten Anbieter von BI-Lösungen sowie Schätzungen der BARC-Analysten. Die Studie bietet ausführliche Informationen zu folgenden Themen:

  • Gesamtumsatz und Marktwachstum der letzten acht Jahre
  • Umfangreiche Informationen zur Marktstruktur und -konzentration
  • Detaillierte Zahlen für die 62 größten BI- und Datenmanagementanbieter im Markt
  • Umsatz und Umsatzentwicklung für die Segmente BI-Anwenderwerkzeuge und Datenmanagementwerkzeuge sowie der BI-Spezialisten
  • Ausblick auf die weitere Marktentwicklung

Weitere Informationen und eine Leseprobe dieser einmaligen Marktanalyse finden Sie hier.