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Hebel für eine effektivere BI- und Datenstrategie

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24.06.2015

Hebel für eine effektivere BI- und Datenstrategie

Erfahrungen und Ansätze zur Weiterentwicklung einer BI- und Datenstrategie standen im Mittelpunkt einer BARC-Diskussionsrunde auf der diesjährigen TDWI-Konferenz in München. Herbert Stauffer, Geschäftsführer BARC Schweiz, erläuterte Anwendern aus den Branchen Automotive, Telekommuikation und Pharma, dass es grundsätzlich eine Reihe guter Ansatzpunkte gebe. Diese lassen sich zu den Themenblöcken bündeln:

  • "Elemente der BI- und Datenstrategie"
  •  Entwicklung des "System of record" zum "System of insights"
  • Steuerung von Innovationen
  • Financial Management in der BI
  • Ansätze zu mehr Flexibilität (agile, self service, …) sowie Elemente des Qualitätsmanagement (agiles und automatisiertes Testen, Reifegradmodelle, Data Quality)

Probleme zwischen IT und Fachbereich

Doch bei allem Verständnis für die Wichtigkeit einer Strategie sehen einige der Diskussionsteilnehmer bei der täglichen Arbeit derart viele Widerstände oder hätten keine Ressourcen, um sich systematisch und effektiv mit Strategiethemen zu beschäftigen. "Wie kann man die Datenfürstentümer beseitigen?", fragte einer der Teilnehmer. Andere sehen sich durch die wachsende Komplexität heutiger Anforderungen, die sich durch die Forderung nach mehr Agilität weiter erhöhe, am Limit. "Die internen Strukturen haben sich in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren nicht verändert", beklagten mehrere Anwender. Man rede nicht "auf Augenhöhe" mit dem Fachbereich und es gebe immer noch viele Vorurteile zwischen IT und Fachbereich. Organisationsformen wie ein BICC, seien heute noch nicht allgemeiner Standard bzw. wären selbst dann häufig IT-lastig, wie es auch BARC-Analysten in vielen Projekten immer wieder beobachten.

Umso wichtiger ist es, Strukturen und Vorgaben in der BI und dem Datenmanagement zu schaffen, die zwar nicht die Komplexität verringern helfen, aber die tägliche Arbeit effizienter und effektiver machen. Eine Strategiediskussion und -findung seien heute (überlebens)wichtig, mahnte Herbert Stauffer, um angesichts der zunehmenden Digitalisierung und schnellen Veränderung von Märkten und Angeboten mithalten zu können. Exemplarisch für die breite Thematik seien nachfolgend zwei Punkte aus der Diskussion vorgestellt.

Verschiedene Strategie-Cluster beeinflussen die Definition und Umsetzung jeder BI-und Datenstrategie. Quelle: BARC

 

Flexibilität in der BI und Datenmanagement gewinnen

Es gibt diverse technische, architektonische und organisatorische "Hebel", um die geforderte Flexibilität der BI- und Datenmanagement-Landschaft zu erhöhen. Stichpunkte sind:

Architektur

  • Datenmodelle: Data Vaults, Loose Binding...
  • Datenspeicherung: Data Lake, NoSQL
  • Sandboxes
  • Cloud und Outsourcing

Self service

  • SSBI, Self Help,Wiki

Qualität

  • Agiles Testing wie session-based testing
  • Informeller Review

Projekteorganisation

  • Agile Projektmethoden wie Scrum, kanban, oder XP
  • Prozess für "small changes"
  • Sandboxes
  • Prototyping

Organisation

  • Reduktion Sekundäre Organisationen (Gremien)
  • Job Enlargement durch größere Zuständigkeitsbereiche= weniger Schnittstellen
  • Reduktion Formulare und Meetings
  • Prüfen und Reduktion Quality Gates

 

Speziell bezüglich des Einsatzes agiler Projektmethoden sahen die anwesenden BI-Experten indes große Widerstände im Management. Projektleiter seien heute  von so vielen internen Faktoren abhängig, hätten bei der Projektplanung nur geringe Freiheiten, bei zugleich überzogenen Zielen und Erwartungen seitens des Managements und eingeschränkten Budgets. "Oft müssen wir Abstriche bei der Qualität machen, was einem wiederum zur Last gelegt wird". Konsens bestand darin, dass also nicht allein eine andere Projektmethode, sondern vor allem die enge Zusammenarbeit von Business und IT Abhilfe schaffen kann!

System of Insights

Ein anderer Aspekt, der die Bedeutung einer Strategieentwicklung in der BI und im Datenmanagement betont, ist die Frage, wie sich Innovationen schaffen lassen. Herbert Stauffer sieht hier eine Weiterentwicklung vom bisherigen "System of record" (meist das Data Warehouse) über ein "System of Innovation", das derzeit bei Vorreiterunternehmen entsteht (Zum Beispiel Big Data Analytics für neue Geschäftsmodelle) hin zu einem "System of Insights".

Letzteres steht für einen Ansatz, bei dem Innovationen nicht mehr allein innerhalb der Unternehmensgrenzen entstehen und bleiben, sondern es zu firmen- und branchenübergreifenden Entwicklungen kommt. Ein Beispiel gibt das 2014 geschlossene Joint Venture zwischen Novartis und Google zur Entwicklung "intelligenter Augenlinsen". "Wir müssen weiterdenken, Kreativität in der BI- und Datenmanagement-Organisation fördern. Nur dann haben die Unternehmen eine Zukunft!".

 

Best Practices und Marktwissen für Datenstrategien

Gern unterstützen Sie die BARC-Analysten bei diesen und weiteren komplexen Praxisthemen rund um die Strategiefindung und -entwicklung in der BI und im Datenmanagement. Beispiele sind Aufgaben und Prozesse zur Steuerung von Innovationen und Kosten für IT-Services, die Definition von Governance oder das Qualitätsmanagement. Mehr zu den BARC Beratungsleistungen finden Sie hier.

Speziell mit dem für eine BI- und Datenstrategie zentralen Thema Data Governance beschäftigt sich der erste BARC "Data Governance Day", der sich an Verantwortliche aus IT und Management richtet und neben Analysten- und Herstellervorträgen ein gutes Forum für den Gedankenaustausch mit Kollegen anderer Unternehmen bietet. Weitere Informationen zum BARC Data Governance Day 2015 finden Sie hier.