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Enterprise BI Plattformen unter der Lupe

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23.07.2018

Enterprise BI Plattformen unter der Lupe

Der BI-Markt bleibt auch dieses Jahr spannend wie unser aktueller BARC Score Enterprise BI and Analytics Platforms zeigt. Er besteht ähnlich zum Vorjahr aus vielen etablierten und zum Teil seit Jahren weltweit vertretenen Anbietern. Dieses Jahr sieht man jedoch deutlich den Einfluss von Trends wie KI/Advanced Analytics, Data Preparation oder Embedding auf die Neuerungen auf Herstellerseite. Die wichtigsten Neuigkeiten haben wir in diesem Artikel zusammengefasst.

Aus den Specialist-Segmenten konnte OpenText in die Challenger-Kategorie wechseln. OpenText hat bereits vor einem Jahr das Produkt Magellan auf den Markt gebracht um den Kundenanforderungen insbesondere im Analytics-Umfeld Genüge zu tun. Des Weiteren hat der Anbieter an der Integration bestehender Produkte gearbeitet, was sich auch in der besseren Bewertung widerspiegelt.

Die „goldene“ Mitte im Bereich der Challenger/ Herausforderer bleibt sehr ähnlich zum Vorjahr und zählt Anbieter wie Tableau, SAS, Hitachi Vantara, Infor, BOARD, TIBCO, TARGIT, Yellowfin, Dundas und Pyramid Analytis zu seinen Vertretern. Aufgrund der geringen Veränderung im Vergleich zum Vorjahr könnte der Eindruck entstehen, die Anbieter hätten sich funktional nicht weiterentwickelt. Allerdings arbeiten Anbieter wie SAS, Dundas oder TIBCO an der Optimierung der eigenen Software. Darüber hinaus hat TIBCO auch Ende 2017 und 2018 Zukäufe getätigt. Hierzu gehören u. a. Cisco Data Virtualization (ehemals Composite Software), AlpineData und Scribesoft. Damit festigt sich der Anbieter in den Bereichen Datenintegration und Data Science. Im Datenintegrationsumfeld investiert u. a. Hitachi Ventara (ehemals Pentaho) und entwickelt die Funktionen zur Verbesserung der Datenflüsse für Analytics weiter. Im Bereich der fachanwenderorientierten Datenintegration (Data Preparation) haben zudem Anbieter wie Tableau, Yellowfin, Infor (Birst), sowie Pyramid Analytics, stark investiert. Tableau und Infor haben eigene Module wie Prep und Presto neu entwickelt, andere Anbieter wie beispielsweise Yellowfin haben bestehende Funktionen erweitert. Tableau hat die eigene Kommunikation stärker Richtung „Plattform“ umgestellt. Wir können gespannt sein, ob weitere Funktionen Tableau verhelfen werden in das Market Leader Segment zu wechseln. Pyramid Analytics hat Ende 2017 eine neue Lösung Pyramid Analytics 2018 mit umfangreicheren Funktionen als die BI Office Suite sie bisher hatte, veröffentlicht. Nun gilt es für diese Software sich auf dem Markt zu behaupten.

Hersteller wie BOARD oder TARGIT haben stark an der eigenen Strategie/Positionierung und an Themen wie Modernisierung der Software gearbeitet. TARGIT erscheint bereits seit einigen Releases in neuer UI und arbeitet weiter an der Modernisierung im Backend der Plattform. Ähnliches beschäftigt gerade BOARD, die eine nächste Generation der eigenen Datenbank vorantreibt und bald veröffentlichen will.

Im Bereich der Market Leader sind insbesondere Bewegungen auf der Seite der Market Execution zu beobachten. Microsoft, insbesondere Power BI, wird weiterhin stark von den Kunden nachgefragt und evaluiert. Die Software reift auch stetig weiter. Die Nachfrage nach SAP-Produkten, insbesondere nach SAP Analytics Cloud ist ebenso, wenn auch langsam, steigend, was sich in der Bewertung widerspiegelt.

Anbieter wie IBM, Oracle, Information Builders und MicroStrategy zählen weiterhin zu stabilen Marktführern mit bereits breiten Produktportfolios, die jedoch insbesondere im Bereich Data Discovery stärker weiterentwickelt werden. Qlik hat durch den Zugang eines neuen CEO und den Weggang des CTO einige Management-Veränderungen erfahren. Werkzeugseitig wurden dagegen u. a. Modernisierungsmaßnahmen (NPrinting), sowie Verbesserungen im Umfeld der Data Discovery (Qlik Sense) vorgenommen.

Sisense, als Spezialist für u. a. embedded BI, investiert weiter in die Anreicherung des Webclients mit Datenmanagement-Funktionen und stellte ebenso einen stärkeren Web-Client vor. Dimensional Insight stärkt weiter sein Angebot für diverse Branchen und bringt mit Metric Factory vordefinierten Content, der die Projektlaufzeiten beim Kunden verkürzen und die „Governance“ verbessern soll.

Nächstes Jahr wird es spannend ob neue Hersteller, die bereits stärker auf den lokalen Märkten wie USA oder DACH vertreten sind, international weiter an Relevanz gewinnen, sodass sie in den Score aufgenommen werden. Zudem wird die Zeit zeigen wie Umstrukturierungen, Zukäufe und Neuentwicklungen der Anbieter von den Kunden aufgenommen werden.