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Die Erfolgsfaktoren für zufriedenstellende Datenqualität und Stammdaten - Teil 1: Die Problemlage

Die Erfolgsfaktoren für zufriedenstellende Datenqualität und Stammdaten - Teil 1: Die Problemlage

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07.11.2019

Die Erfolgsfaktoren für zufriedenstellende Datenqualität und Stammdaten - Teil 1: Die Problemlage

Ob sie es nun wollen oder nicht: Unternehmen befinden sich inmitten des Digitalisierungszeitalters. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen sie effizient wirtschaften und/oder Produkte und Dienstleistungen anbieten, die ihre Kunden und Geschäftspartner von ihnen erwarten. Unternehmen erkennen, dass in ihren Daten großes Potential für ein besseres Wirtschaften als auch attraktive Produkte schlummern.

Und Unternehmen sind auch bestrebt, mehr mit ihren Daten zu machen:

  • Eifrig schicken sie ihre Key User aus den Sales-, Marketing- und Controlling-Fachbereichen auf Digitalisierungsmessen, um sich inspirieren zu lassen.
  • Daten werden aus unterschiedlichsten Quellen gesammelt. Social-Media-Daten sind fast schon ein alter Hut. Echte neue Datenschätze sucht man heute in eigenen Systemen wie Maschinen und Sensoren.
  • Unternehmen stellen Data Scientists ein und gründen eigene Data Labs, um Advanced-Analytics-Prototypen zu bauen und Dinge zu entdecken, an die die originellsten Vordenker nicht gedacht haben.

Doch leider folgt auf die anfängliche Euphorie dann doch bald Ernüchterung: Die Ideen sind gut und Daten liegen auch grundsätzlich vor, doch zeigt sich dann in den konkreten Projekten, dass die Ideen nicht realisierbar sind. Denn es gibt Probleme mit den Daten: Stammdaten – also die Grundinformationen über sämtliche betrieblich relevante Objekte wie Kunden, Lieferanten, Produkte und Mitarbeiter – sind in unterschiedlichen Systemen verstreut und inkonsistent, andere Daten liegen in unverständlicher kryptischer Form vor, sie sind nicht auffindbar, veraltet oder widersprechen sich. Bei Fragen findet sich kein Ansprechpartner.

Um die Datenqualität zu erhöhen, stehen Unternehmen seit Jahrzehnten gereifte Methoden und Konzepte zur Verfügung. Auch Softwareanbieter haben diese Methoden und Konzepte in ihren Software-Produkten implementiert. Doch warum bekommen Unternehmen ihre Datenqualität und ihr Stammdatenmanagement nicht in den Griff? Im Gegenteil zeigt die weltweit jährlich stattfindende BARC-Anwenderbefragung „BI Trend Monitor“, dass die Befragten die Themen Datenqualität  und Stammdatenmanagement in den letzten drei Jahren zum für sie wichtigsten Thema auf Platz 1 wählen.

Abbildung 1: BARC BI Trend Monitor 2018, 2019 und 2020 (n = 2770, 2679, 2865)
Abbildung 1: BARC BI Trend Monitor 2018, 2019 und 2020 (n = 2770, 2679, 2865)

Wie kann das sein? BARC-Beratungsprojekte zeigen, dass Unternehmen oft zögern, Initiativen zur Steigerung ihrer Datenqualität zu starten, da diese als zu übermächtig, aufwändig und unkalkulierbar erscheinen.

Die Aufgaben rund um die mögliche Organisations-, Prozess- und Technologie-Justierung sind zumeist ungewiss und ohne Management-Unterstützung fehlt auch der entsprechende Treiber.

Wir sehen jedoch, dass real umgesetzte erfolgreiche Datenqualitäts- und Stammdateninitiativen gelingen, wenn sie irgendwann einmal tatsächlich gestartet werden und sich stetig weiterentwickeln. Das kann dann so aussehen, dass das Unternehmen in einer prägnanten Strategie/Leitlinie den groben Rahmen vorgibt und sich dazu bekennt, dass das Digitalisierungszeitalter ein Umdenken erfordert und Daten als neuer wichtiger Produktionsfaktor angesehen werden müssen.

Entsprechende sich daraus ergebende Initiativen (z. B. die Adaption in Organisation, Softwareauswahl, Datenintegrationsprojekte) führen zu besseren Daten (z. B. zentral verfügbaren Stammdaten, dokumentierten Inhalten, definierten Ansprechpartnern und Datenpflegeabläufen). Diese ermöglichen bessere innerbetriebliche Prozesse (z. B. Management-, Sales-, Qualitätsauswertungen auf korrekten Daten statt „Bauchgefühl“). Zudem können Unternehmen so neue Produkte und Dienstleistungen für Geschäftspartner entwickeln.

In dieser neuen BARC-Blogreihe wollen wir Unternehmen dabei unterstützen, endlich ihre Datenqualität auf ein zufriedenstellendes Niveau zu bringen. Hierfür haben wir drei Erfolgsfaktoren identifiziert, die wir als kritisch sehen und die wir in dieser Blog-Reihe vorstellen werden: Organisation, Prozesse und Technologie.

Abbdildung 2: Voraussetzungen für verlässliche Stammdaten durch eine Stammdatenmanagement-Strategie schaffen

Abbdildung 2: Voraussetzungen für verlässliche Stammdaten durch eine Stammdatenmanagement-Strategie schaffen

Erfolgsfaktor 1 - Organisation

Die Organisation definiert die Auf- und Ablauforganisation für das Management von Stammdaten. Hierbei ist es wichtig die Datenverantwortung im Unternehmen und der unterstützenden Prozesse zu etablieren. Best Practices zeigen u. a. datenverantwortliche Rollen wie den „Data Owner“ oder „Data Stewards“, die im Rahmen eines Gremiums/Competence Centers (Data Governance Councils) auch domänenübergreifend (Stamm-) Datenverantwortungen/-prozesse abstimmen und steuern.

Erfolgsfaktor 2 – Prozesse

Die Geschäftsprozesse und die Fachlichkeit geben die Struktur von und den Umgang mit Daten vor. Aus ihnen resultieren Stammdatenmodelle, Datenqualitätsregeln sowie verwendungsspezifische Varianten, um letztendlich fachlichen Nutzen im Sinne effizienter Prozesse oder Analytik zu generieren.

Erfolgsfaktor 3 – Technologie

Technologie definiert die Architekturansätze des Stammdatenmanagements und die zu nutzenden Werkzeuge unter Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten. Die Architektur legt damit Standards für einen konsistenten und effizienten Betrieb fest. Die Technologie richtet sich nach Anforderungen aus Geschäftsprozessen bzw. der Fachlichkeit und der Organisation.

Nur datengetriebene Unternehmen können sich im Digitalisierungszeitalter wettbewerbsfähig aufstellen. In der zunehmend komplexen Datenwelt brauchen Unternehmen verlässliche Säulen. Eine zufriedenstellende Datenqualität und sichere Stammdaten sind dabei ein kritischer Faktor. Die Big Data World ist Deutschlands größte Fachmesse für Datenmanagement und Analytics. Erfahren Sie dort in mehr als 100 Fachvorträgen, wo Potential für Ihre Arbeit mit Daten steckt. Sichern Sie sich Ihr kostenfreies Ticket unter www.bigdataworldfrankfurt.de