Wie die digitale Transformation das Datenmanagement herausfordert

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Fachliche Anforderungen
bestimmen zunehmend die Entwicklung im Datenmanagement

Digitalisierung, Big Data, Internet of Things, Industrie 4.0 – Themen, die sich um die Wertschöpfung aus Daten drehen, sind in den (Fach-)Medien derzeit äußerst beliebt. Daten gelten gemeinhin als das Öl des 21. Jahrhunderts; als vierter Produktionsfaktor neben Boden, Kapital und Arbeit. Diese Sichtweise setzt sich offenbar auch zunehmend im Management und den Fachbereichen durch.

Dementsprechend sind die bei weitem wichtigsten Treiber für Veränderungen im Datenmanagement die gestiegenen Erwartungshaltungen des Managements (68 Prozent) und der Fachbereiche (67 Prozent). Das ist ein klares Indiz für den Wandel in der Wahrnehmung von Daten und deren Stellung im Unternehmen. Galt und gilt die IT oftmals als Treiber und Vordenker für datenzentrische Anwendungen, kommen heute die Impulse zunehmend aus den Fachbereichen. Gerade hier kann aus Daten der eigentliche Wert gezogen werden, um Geschäftsprozesse optimieren und automatisieren sowie Innovationen vorantreiben zu können.

Daten werden in den Unternehmen immer wichtiger

Zudem erklären immer mehr Unternehmen, dass bei ihnen Entscheidungen auf Basis von Daten und Analysen beruhen bzw. als Grundlage der Entscheidungs- und Prozessoptimierung dienen. Während dies im Jahr 2013 nur auf knapp jedes zweite Unternehmen zutraf, sind es 2015 bereits über 70 Prozent.

Unternehmen haben die Wichtigkeit und den Wert von Daten offenbar erkannt und sind bestrebt, sich zu einer datengetriebenen Organisationen zu entwickeln. Im Zuge dessen erfährt das Datenmanagement eine ganz neue Aufmerksamkeit. Denn nur wenn Daten in entsprechender Qualität zum richtigen Zeitpunkt vorliegen und sich performant verarbeiten lassen, können Unternehmen aus ihnen einen entsprechenden Mehrwert generieren.

Ist das Datenmanagement für die neuen Herausforderungen gerüstet?

Die Relevanz der Daten ist zwar erkannt und die Idealvorstellung klar, aber wie schon vergangene BARC-Studien gezeigt haben, klafft weiterhin eine Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit im Datenmanagement. Unternehmen sehen einen großen Abstand zwischen Zielerreichung und Relevanz bei allen abgefragten Datenmanagementthemen. Mit wachsendem Appetit auf Analytik wird dieser sicher nicht kleiner werden. Es ist deshalb Zeit, Ziele und Strategie im Umgang mit Daten auf den Prüfstand zu stellen und die entsprechenden Aktionen abzuleiten bzw. die richtigen Voraussetzungen zu schaffen, damit Daten produktiv genutzt werden können.

Es fehlen insbesondere die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Datenmanagement

Größte Herausforderungen für das Datenmanagement

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Management und Fachbereiche haben den Wert ihrer Daten zwar erkannt, dennoch lässt insbesondere das Management dieser Erkenntnis nur begrenzt Taten folgen. Nur so lassen sich die hohen Werte für die unzureichenden Ressourcen (66 Prozent), festgefahrene Strukturen (50 Prozent) oder die fehlende Kultur (39 Prozent) als häufigste Hemmnisse in den Unternehmen erklären. Es ist insbesondere das Management gefragt, einen Kulturwandel voranzutreiben und entsprechende Ressourcen aufzubauen.

Datenmanagement im Wandel

Dennoch bleiben Unternehmen nicht untätig, sondern versuchen unter den schwierigen Voraussetzungen dem Wunsch nach Veränderung gerecht zu werden. Lediglich 16 Prozent der Unternehmen nimmt derzeit keine nennenswerten Änderungen im Bereich Data Warehousing vor. Zukünftig sind es sogar nur sieben Prozent. Rund ein Drittel der Unternehmen berichtet dagegen, dass derzeit große Änderungen anstehen; zukünftig trifft dies fast auf jedes zweite Unternehmen zu.

Insbesondere die IT nutzt neben eigenständigen BI-Organisationseinheiten die Chance und versucht sich als zukünftiger Partner für den Fachbereich zu positionieren und Business Analytics im Unternehmen anzubieten.

Unternehmen verlagern mehr und mehr Datenmanagementaufgaben in die Fachbereiche

Wichtigste Self-Service-Strategien der Unternehmen

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Self-Service-BI ist ein wesentlicher Bestandteil erfolgreicher BI- und Datenmanagementstrategien und insbesondere für die Exploration von Daten eine Notwendigkeit. Self-Service-BI verspricht viele wesentliche Kritikpunkte am Datenmanagement wie die Integration von Daten, schlechte Abfrageperformance, langsame Umsetzungsgeschwindigkeiten, Einfachheit in der Anwendung etc. zu beseitigen.

Es verwundert deshalb nicht, dass viele Unternehmen mehr und mehr Datenmanagementaufgaben in die Fachbereiche verlagern: 51 Prozent lassen den direkten Zugriff auf die operativen Systeme zu, 38 Prozent verlagern Datenmanagementaufgaben in die Fachbereiche und 34 Prozent sehen die Sandbox als wesentlichen Architekturbaustein zur Verwirklichung von Self-Service-BI.

Umso wichtiger ist allerdings eine klare Aufstellung zum Thema Self Service, um nicht Gefahr zu laufen, unzählige Silo-Applikationen für Daten und Analytik zu haben.

Die Technologielandschaft im Umbruch

Blickt man auf die Technologielandschaft der Unternehmen, zeigt sich eine Dominanz klassischer Werkzeuge. Die Pläne der Unternehmen verraten allerdings, dass sich die Bedeutung für einige Werkzeuge aber deutlich steigern wird.

Ganz vorne auf der Anschaffungsliste der Unternehmen stehen dabei Predictive-Analytics-Lösungen. Unternehmen sind sich der Relevanz von Predictive Analytics bewusst und wollen künftig mehr investieren. Hohe Planwerte weisen überdies „Search & Discovery“-Werkzeuge, Werkzeuge für die Datenvirtualisierung (31 Prozent), das Hadoop-Ökosystem (30 Prozent) und Big Data Appliances (29 Prozent) auf.

Besonders erwähnenswert ist dabei der Vergleich der Zahlen für das Hadoop-Ökosystem aus dem letztjährigen Survey „Datenmanagement im Wandel“: Damals gaben lediglich sechs Prozent der Unternehmen an, Hadoop zu nutzen, jetzt sind es bereits 12 Prozent!

Weitere spannende Ergebnisse sowie Handlungsempfehlungen von BARC finden Sie in der kostenfreien Anwenderbefragung

Mit über 290 Teilnehmern aus der DACH-Region gehört die Studie „Modernes Datenmanagement für die Analytik“ zu einer der größten Untersuchungen, die sich dem Datenmanagement in Unternehmen widmen. Die Online-Anwenderumfrage wurde im Sommer/Herbst 2015 in der DACH-Region durchgeführt. Dabei wurde eine breit gefächerte Branchenverteilung der Studienteilnehmer erreicht. Besonders häufig sind die Industrie (25 Prozent), die Dienstleistungsbranche (17 Prozent), der Finanzsektor (15 Prozent) und der Handel (14 Prozent) vertreten. Mit 45 Prozent sind Unternehmen der Größenklasse 250 bis 5.000 Mitarbeiter in der Studie am häufigsten vertreten. Die Studie deckt mit jeweils knapp 36 Prozent (Mehr als 5.000 Mitarbeiter) und 20 Prozent (Weniger als 250 Mitarbeiter) aber auch andere Unternehmensgrößen repräsentativ ab. Die Studie wurde unabhängig durch BARC erstellt. Sie kann dank eines Sponsoring durch Oraylis kostenfrei veröffentlicht werden.