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Oracle kauft Hyperion
01. Mär 2007
Alter: 5 Jahre
Kategorie: Business Intelligence, Data Warehousing

Analysten-Kommentar zur Übernahme von Hyperion durch Oracle

Oracle kauft Hyperion für 3,3 Milliarden Dollar, das ist die größte Übernahme im Business-Intelligence-Markt jemals. Dies kommt nicht überraschend. Denn bereits vor acht Monaten kündigte Larry Ellison in einem Interview an, dass Oracle an der Übernahme eines großen Business-Intelligence(BI)- Anbieter interessiert ist. Damals nannte er allerdings Business Objects, nicht Hyperion.

Die Übernahme steht dabei in einer Reihe mit großen, manchmal überhasteten, Konsolidierungen im BI-Markt. So war Hyperion selbst das Ergebnis einer Reihe von Übernahmen und besaß, eine Sammlung von Produkten aus mehr als zehn Ursprungsunternehmen (AppSource, Alcar, Arbor, Brio, Decisioneering, IMRS, Pillar, Razza, Sapling, Sqribe und Upstream). Bei Oracle wird Hyperion einem BI-Stall beitreten, der Produkte der früheren IRI Software, nQuire (später Siebel Analytics) und Oracle’s Discoverer beinhaltet.

Es gibt eindeutige Überlappungen (siehe Tabelle Produktübersicht) in Oracle’s neuem BI-Portfolio: Beispielsweise gibt es mehrere, verschiedene relationale Reporting- und Konsolidierungs-Werkzeuge und mehrere OLAP-Server. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass alle weiter bestehen werden.

Ironischerweise hat Hyperion die letzten 18 Monate damit zugebracht, seine vielen Werkzeuge in die neue Plattform System 9 zu integrieren. Jetzt wird Oracle von vorne anfangen müssen, sein undurchsichtiges Portfolio für BI und Corporate Performance Management (CPM) zusammenzuführen, zu straffen und in der Folge mit anderen Werkzeugen und Applikationen zu integrieren. Dies könnte eine ungemütliche Phase für Oracle Produkte und seine Anwender werden. Deren Einwände könnten die Integrationsbemühungen weiter verlangsamen.

Es stellt sich die Frage, ob Oracle mit der Integration eines neuen Produktportfolios Erfolg haben wird. In ersten Stellungnahmen lies Oracle verlauten, dass diese Übernahme nicht aufgrund von Kosteneinsparungen vollzogen wurde. Das Hauptziel sei „revenue synergy“, also der Versuch, Lücken im bestehenden Portfolio zu schließen. Oracle will versuchen, die existierende Hyperion Verkaufsmannschaft mit ihrer Fokussierung auf Finanzabteilungen zu übernehmen. In der Vergangenheit waren Oracle-Produkte bei IT-Verantwortlichen beliebter als bei Finanzverantwortlichen, dies würde also einen Strategiewechsel bedeuten.

Möglicherweise ist Oracle’s Interesse an Hyperion in deren starker Positionierung im schnell wachsenden CPM- Markt zu finden. So stärkt Oracle seine Position gegenüber den CPM-Applikationen von SAP SEM und Microsofts angekündigtem PerformancePoint Server. Bisher hatte Oracle nur den veralteten Oracle Financial Analyser (aus den 1980ern) und die erfolglosen neueren Enterprise Planning- and Budgeting-Applikationen im Portfolio.

Mit dem Kauf von Hyperion festigt Oracle seine Position als Major Player im Business-Intelligence- und CPM-Markt. Große Herausforderungen werden zum einen die Integration von so vielen BI- und CPM-Werkzeugen in eine konsistente Produktstrategie sein. Zum anderen wird sich zeigen, ob Oracle die fachliche Kompetenz von Hyperion in den Finanzabteilungen übernehmen kann.

Tabelle Produktübersicht






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