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Veränderungen im Vorstand der evidanza: Thomas Groß ist als Vorstand ausgeschieden

Veränderungen im Vorstand der evidanza: Thomas Groß ist als Vorstand ausgeschieden

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07.11.2014

Veränderungen im Vorstand der evidanza: Thomas Groß ist als Vorstand ausgeschieden

Thomas Groß ist nicht mehr Vorstand der evidanza AG aus Regensburg. Am Mittwoch letzter Woche hat ihn der Aufsichtsrat der evidanza von seinem Posten als Vorstand enthoben. Dieser Schritt kam zumindest für Außenstehende sehr überraschend und hat zunächst die Vermutung genährt, dass sich evidanza in einer wirtschaftlichen Schieflage befindet. Dies hat der CFO des Unternehmens, Frank Lieding, in einem ersten Telefonat jedoch energisch bestritten: „Es lag nicht an mangelndem vertrieblichem Erfolg, dass Hr. Groß als Vorstand ausgeschieden ist. Wir sehen insbesondere im zweiten Halbjahr eine positive Entwicklung und gehen davon aus, unsere diesjährigen Ziele zu erreichen.“

Auch der Bilanzverlust, der über die letzten Jahre aufgrund der Entwicklung und Markterschließung entstanden und im Jahresabschluss zum 31.12.2013 ausgewiesen ist, steht nicht im Zusammenhang mit dem Ausscheiden von Thomas Groß. Im Gegenteil bestätigt Frank Lieding, dass „Der zum Jahresabschluss ausgewiesene Bilanzverlust … im Konsens mit den Investoren liegt und diese die Unternehmensentwicklung natürlich auch weiterhin nachhaltig unterstützen.“ Dies sehen wir insbesondere in der Expansionsphase eines Softwareanbieters durchaus als marktüblich an, insbesondere im Vergleich mit US-Amerikanischen „Branchengrößen“, die trotz vieler Millionen aus Ihren Börsengängen noch immer rote Zahlen schreiben.

Es muss jedoch gesagt werden, dass Thomas Groß die evidanza 2004 mitgegründet, entwickelt und in wenigen Jahren zu dem gemacht hat, was sie heute darstellt: Ein mittelständisches Softwarehaus, mit geschätzt 4,3 Mio. Euro Softwareumsatz (Quelle: BARC Marktzahlen 2013) und einem Wachstum von zuletzt 23 %. Eine respektable Leistung. Wir finden es daher sehr ungewöhnlich, dass Investoren den Gründer eines Unternehmens entlassen, der entscheidend die Produkt- und Vertriebsstrategie mit konzipiert hat. Es muss also schon etwas sehr gravierendes vorgefallen sein oder die unterschiedlichen Auffassungen zwischen dem ehemaligen Vorstand Thomas Groß und dem Aufsichtsrat hinsichtlich der Unternehmensausrichtung müssen sehr groß sein. Unabhängig von den Hintergründen im Detail behält Hr. Groß natürlich seine Anteile und wir werden sehen, wie sich die Gesellschafterstruktur der evidanza in Zukunft entwickelt.

Wie geht es weiter?

Nach Aussage von Hr. Lieding, werden die Aufgaben von Thomas Groß jetzt neu verteilt und insbesondere die mittlere Managementebene wird in Ihrer Kompetenz gestärkt. Dies sind überwiegend langjährige evidanza-Mitarbeiter, die die Entwicklung des Unternehmens über Jahre erfolgreich begleitet haben. Aus Analystensicht kann es zu einer positiven, kontinuierlichen Weiterentwicklung kommen, wenn die Fluktuation nicht auch diese mittlere Führungsebene erreicht. Zudem denken wir, dass mit der breiteren Verteilung der Kompetenzen eine bessere Steuerung und ausgewogene Priorisierung der Kundenanforderungen möglich wird. Hier hatten wir in der Vergangenheit den Eindruck, dass vor allem die Anforderungen von „Groß“-Kunden sehr stark im Fokus standen und andere, vielleicht kleinere Kunden, von dieser Entwicklung nicht immer profitiert haben.