Business Application Research Center

Experten für Business Intelligence, Analytics, Big Data, CRM und ECM

BARC-Newsletter

ECM auf der CeBIT 2017 – Themen und Entwicklungen

RssRss

27.03.2017

ECM auf der CeBIT 2017 – Themen und Entwicklungen

Das allsagende Motto „d!conomy!“ wurde von den ECM-Herstellern genutzt, um die eigenen Plattformen als wesentlichen Bestandteil der Digitalen Transformation oder schlicht des einfacheren, durch Software gestützten Arbeitens zu positionieren. Durch Einspielfilme, Vorträge und entsprechende Arbeitsstationen an den Ständen wurde das abstrakte Thema auf die verschiedenen Anwendungsfelder heruntergebrochen.

CeBIT als Leit(d?)messe des ECM

Es gab Zeiten, als das Thema ECM mehrere Hallen auf der CeBIT füllte und die wichtigsten Aussteller mit großen Flächen ihre neuesten Softwareversionen gezielt dort vorstellten. Der in den vergangenen Jahren bereits deutlich spürbare Ausstellerschwund hat sich leider ebenfalls 2017 fortgesetzt. Auch in diesem Jahr konnte man einige bekannte Gesichter nicht mehr sehen. Die Halle 3 wird gefühlt „luftiger“ oder anders ausgedrückt: die Gänge bieten nun mehr Platz für Besucher. Einige Anbieter sind in andere Hallen abgewandert, um näher an bestimmten Anwendungsfeldern zu sein, bspw. in der Public-Sector-Halle. Allerdings berichteten die anwesenden Aussteller, dass sie mit gezielt positionierten Themen gute Gespräche führen und Leads schreiben konnten. 

Neue Trends? – eher konkretere Anwendung

Die Hersteller und Dienstleister vermarkten ihre Lösungen weiter über klassische Themen, digitale Akten und Prozessmanagement werden auch als wesentliche Bausteine des Arbeitens in der Digitalen Transformation gesehen. Zudem sind die Themen Sicherheit und Nachweisbarkeit – zwei Klassiker im Dokumentenmanagement – gerade im verteilten, digitalen Arbeiten von hoher Bedeutung. 

Die Positionierung erfolgt auf zwei Arten. Zum einen werden konkrete Use Cases vorgestellt, welche sich an die Anwender der jeweiligen Fachbereiche richten und einen schnellen ROI versprechen. Die Anzahl der Branchen- und Thementemplates wird ausgebaut. Hierbei zeigt sich wieder deutlich, dass es nicht den einen idealen Client gibt, sondern dass die Hersteller verschiedene Alternativen bieten müssen (führende Anwendung, Integration in Office, Mobile Client etc.), um den Ansprüchen der unterschiedlichen Nutzergruppen gerecht zu werden. Zum anderen wird der Plattformgedanke betont, das ECM-System dient als Klammer, Strukturelement und Entwicklungsplattform beim Aufbau einer übergreifenden Informationsverwaltung. 

Neue(re) Technologien werden für die Gestaltung der Oberflächen, die Integration von Drittanwendungen und die Umsetzung mobiler Lösungen eingesetzt. REST und HTML5 sind zwar nicht erst seit der CeBIT bekannt, werden aber immer stärker genutzt um Flexibilität und Leistungsfähigkeit zu erhöhen. 

Im Bereich Erkennung und Extraktion werden klassische Themen ebenfalls im neuen Kontext positioniert. Input Management wird eine notwendige Komponente, um die schnelle Erfassung, Zusammenführung und Bearbeitung im Zuge der Digitalisierung zu ermöglichen. Die Lösungen werden nicht mehr nur zur Verarbeitung von Papierdokumenten ausgerichtet, sondern von Informationen aus verschiedenen Eingangskanälen. Insbesondere im Bereich E-Mail werden hier verschiedene Formen angeboten (Auslesen Mails, Auslesen Anhang, Übernahme bestehende strukturierte Daten etc.).

Fazit: Gute Lösungen werden ausgebaut.

Wirklich neue Themen gab es auf der CeBIT nicht, aber es wird weiter an den Lösungen geschärft. Die Nutzenpotenziale werden immer konkreter verdeutlicht und die Einstiegshürden sollen durch klare Anwendungsfälle und Branchenexperten abgebaut werden. Das Thema Digitale Transformation ist auch im ECM allgegenwärtig, bestimmt aber nicht allumfassend die Diskussion. 

Neben den übergreifenden Konzepten des neuen Informationsmanagements suchen die Anwender auch immer noch konkrete Lösungen für oft schon lange bekannte Probleme. Hier zeigt sich auch, dass ECM-Projekte ohne klare Strategie nicht erfolgreich sein können: verschiedene Anforderungsbereiche, Bedienkonzepte, Integrationen etc. müssen gezielt verbunden werden, um die Potenziale wirklich heben zu können.